Inzarah bint Indira

Inzarah bint Indira – „Ihre Schultern verwandeln sich in Flügel, wenn sie rennt…“

Im September 2008 fuhr ich im Zuge meines Studiums für ein 4-wöchiges Stallpraktikum auf ein Araber Gestüt in Deutschland.
Die Fohlen dort waren gerade ca. 3 Monate alt und standen in einer gemeinsamen Herde mit ihren Mamas. Als ich diese Bande kennenlernte, machte sich eine kleine graue Araber-Stute ganz besonders bemerkbar. Sie pirschte sich immer von hinten an mich heran und atmete mir neugierig ins Ohr oder wuselte an meinen Haaren. Das macht Inzarah heute noch gerne.

Besonders gut gefiel mir sofort Inzarahs starker Charakter. Man konnte mit ihr schon damals nicht einfach machen, was man wollte. Es ist auch heute noch immer ein gewisses „Um-Erlaubnis-Fragen“ notwendig, und man muss den Dreh rauskriegen, um sie zum Mitmachen zu animieren. Aber dann ist sie mit vollem Eifer dabei!

Eigentlich wollte ich zu diesem Zeitpunkt gar kein zweites Pferd, schon gar keinen Araber, keine Stute und überhaupt gar niemals einen Schimmel!
Und so kehrte ich vorerst ohne sie nach Österreich zurück.

Im Frühjahr 2009 beschlossen eine sehr gute Freundin und ich, unsere Pferde ab Herbst in Eigenregie zu halten. So kam zwar mehr Arbeit auf mich zu, aber nur unter diesen Umständen wurde ein zweites Pferd für mich überhaupt leistbar. Also hab ich Inzarah nochmal besucht und war wieder überwältigt von ihr. Sie war noch hübscher geworden und hatte noch immer ihren besonderen Charakter.

Im September 2009 fuhr ich also fast 1.000 km, um die kleine Inzarah aus Deutschland abzuholen. Die Reise war für uns alle sehr anstrengend, aber sie war wirklich geduldig am Hänger und hat alles super mitgemacht. Nach 14 Stunden Fahrt waren meine beiden Pferde dann zum ersten Mal vereint. Das war ein sehr glücklicher Augenblick für mich.

Inzarah ist heute noch immer so charakterstark und für mich ein ganz besonderes Pferd. Ich stieß sehr schnell an meine Grenzen mit meinen bisherigen Horsemanship-Kenntnissen.

Und so gab mir dieser kleine Flegel noch einmal die Gelegenheit, mich als Mensch weiter zu entwickeln.

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